Improwe Blog

Work-Life-Balance ist out!

Geschrieben von Yvonne Welser am 03. Mai 2018

Oft hört man, dass den meisten Arbeitnehmern, Führungskräften und auch Unternehmern eine vernünftige Work-Life-Balance am Herzen liegt. Wenn Sie das geregelt bekommen, wäre eine zeitweise hohe Arbeitsbelastung in Ordnung, wenn der erholsame Austausch dazu gegeben wäre. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stehe dabei an erster Stelle. Was aber, wenn sich Beruf und Familie durch digital unendlich scheinende Möglichkeiten nicht mehr trennen lassen, nicht mehr ins Gleichgewicht bringen lassen und mich es schon anstrengt, wenn ich aktiv nicht an die Arbeit zu denken versuche, um abzuschalten. Ist das dann Abschalten? Was ist, wenn mich das Private nicht entspannt?

Eine harmlos klingende Lösung ist mit dem Zeitalter der Digitalisierung in vieler Munde und soll die Balance aufbrechen - es gibt nichts mehr in Balance zu halten - es geht ineinander über. Das "Work-Life-Blending" - aus der Sicht einer Improwerin, Trainerin, Mutter.

Work-life-blending? Was ist das denn? Work-life-balance ist doch total wichtig. Ich will zu Hause nicht arbeiten, sondern privat ganz klar von Arbeit trennen.“ Sagte letztens ein Seminarteilnehmer.

Ich saß, wie üblich, in einer Seminar-Gruppe zum Thema Resilienz. Ich mag das Thema, die Menschen sind aus eigenem Interesse da, haben Lust mehr zu wissen und genießen diese (selbst-) Erfahrung. Die Eigenmotovation ist hoch, das Klima oft sehr angenehm.

Ich will ja auch angenehme Seminare habe und mich als Trainerin wohlfühlen. Das passiert bei mir, wenn ich gut vorbereitet bin, also das Thema gut kenne und wenn die Teilnehmer offen und konstruktiv mitarbeiten. Dann fühle ich mich wirksam und das macht mich glücklich.2129d201-c17b-49f3-9718-5ceb38a0fef3

Und da sind wir an dem Punkt! Worum geht es bei "Work-life-blending"? Work-life-balance heißt, ich muss Privatleben und Arbeitsleben ausbalancieren. Für mich fühlt sich dass an wie ich muss das stressige Arbeitsleben in Privatzeiten entspannen - obwohl aus Muttersicht ist es manchmal auch umgekehrt. Auf der Arbeit entspannen wenn das Privatleben stressig ist?

Ja wie denn nun?

Wie wäre es mit entspannter Arbeit? Und hiermit meine ich nicht in der Hängematte baumeln - obwohl warum nicht, da passt das MacBook auch mit rein.

Gemeint ist zu erforschen und zu wissen was macht mich wirklich glücklich? Wann fühle ich mich wohl, erfüllt, mit mir und anderen zufrieden. Wann kann ich sagen „Ja! Genau so wie in diesem Moment ist es richtig“!

Solche Momente habe ich, wie jetzt im Frühling auf der Wiese, wenn meine Kinder spielen. Ich habe sie im Seminar wenn die Teilnehmer was für sich mitnehmen und vorankommen.

Dabei mache ich im Gefühl zum Bedürfnis keinen Unterschied ob das Life oder Work ist! Die Herangehensweise und Perspektive ist wichtig. Die Haltung zur Arbeit - wenn ich nur daran denken würde, dass ich nun absolut entspannen muss, damit mein Arbeitsalltag "aushaltbar" wird, erzeuge ich einen unheimlichen Druck auf mein Privatleben. Umgekehrt heißt das eine unheimliche Produktivität im Job oder ein Gefühl von "Die Arbeit darf keinen Spaß machen".

Der Rahmen muss stimmen!

Schon aus der Begleitung der kleinsten Menschen - nämlich Kindern wissen wir pädagogisch schon lang, dass gestillte individuelle Bedürfnisse nicht mehr so laut auf sich aufmerksam machen. Sind Bedürfnisse gesehen, geachtet und gewürdigt kommen wir voran, können wir Horizonte erweitern und ein zufriedenes Leben führen. Das Wort Work Life Balance schließt ja nicht aus, dass Arbeit zum Leben gehört!

Das ist ein Argument, bei dem wir im Seminargespräch dann merken, dass es ja völlig unrealistisch ist. Allein in Anbetracht der Zeit, die wir im Leben mit Arbeiten verbringen.

Also können wir life nicht von work trennen, ok dann macht das Blending Sinn!

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Doch kein Blending?

Work-Life-Blending soll keine "Erlaubnis" dafür sein, nur dann zu arbeiten, wie ich gerade lustig bin - diese Illusion soll das Modell nicht auslösen und genau so wenig sollen all die Workaholicer nun auch Himmel hoch jauchzend schreien: Yay - endlich darf ich so viel arbeiten, wie ich möchte und keinen juckt´s.

Dieses "Modell" verlangt genau so wie Home-Office ein ordentliches Maß an Verantwortungsübernahme und Selbstorganisation.

Welche Kompetenzen noch gefragt sind in der neuen Arbeitswelt seht Ihr hier:

Download Whitepaper  EINFÜHRUNG NEW WORK

Work-Life-Blending zeigt aktuell eine Idee davon, unseren Privatalltag und den Arbeitsalltag zu vereinen und einen Lebensalltag daraus zu gestalten, da eine Trennung kontraproduktiv für die Effizienz auf der einen und die Entspannung auf der anderen Seite wird. 

Vernünftig umgesetzt, kann meine Effizienz in der Hängematte einen enormen Mehrwert für Arbeit und meine Entspannung sein ;-)

Na ja - hang loose and stay focused.

Eure Yvonne

Kategorien: Beruf und Familie, Management, neue Arbeit