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Teilzeit-Arbeit als Flexibilitätsboost

Geschrieben von Yvonne Welser am 12. Juni 2018

Gerade haben wir unter Kollegen eine interessante emotionale Diskussion geführt zu Arbeitszeiten. Der Aufhänger war ein kleiner Facebookpost der mehr bei uns auslöst als wir dachten....

New Work beschäftigt sich zwangsläufig mit Flexibilität und Arbeitszeiten. Wer arbeitet wo und wieviel. Was ist möglich und was ist nötig! Wie unterscheidet sich  das Wollen und das Können in Arbeitszeiten? Was können Singleparents leisten und was können und wollen Menschen ohne Kinder leisten.

Wenn man sich diese Fragen stellt landet man auch schnell bei der Bezahlung.

 

Sollte Arbeit auf Grund von Leistung oder auf Grund von Zeit bezahlt werden?

Wie beurteilen wir Leistung? Na klar beurteilt ein Arbeitgeber die Arbeitsleistung! Aber was ist mit der gesellschaftlichen Verantwortung! Was leistet eine alleinerziehende Mutter? Neben der Arbeit auch für die Gesellschaft in dem sie Kinder erzieht in dieser Gesellschaft!

Wenn man von diesem Gedanken ausgeht kann ja aber ein Arbeitnehmer der keine Kinder hat nicht benachteiligt werden monetär nur weil er oder sie eben (noch) keine Kinder hat.

Und es geht nicht nur um Bezahlung!

 Teilzeit

Als ich den Post las:

„Unsere Arbeit von morgen kann mehr - geben wir ihr die Chance, die 75% unseres Tages verdient haben!“

Ja hey, wie gern würde ich manchmal 75% meines Tages arbeiten um das zu schaffen was mein Potenzial hergibt. Aber ich habe mich für Kinder entschieden, die gehen mittlerweile zur Schule, haben Hobbys und Bedürfnisse. Ich verfahre viel Zeit in meinem Auto. Heile kleine und große Probleme, schaffe schöne Momente, versuche zu der Zeit nicht mit dem Kopf in der Arbeit, sondern bei meinen Söhnen zu sein.

Dafür verdiene ich weniger, denn klar ich arbeite ja auch weniger!

 

Ist das wirklich so? Arbeiten Teilzeitkräfte die gut organisiert sind wirklich weniger als Vollzeitkräfte die sich an ihre vereinbarten Arbeitszeiten halten?

Bei uns zum Teil nicht. Ich habe auch Kollegen die viel viel mehr arbeiten als in ihrem Vertrag steht. Weil viel zu tun ist und aber auch weil es ihnen wichtig ist und weil sie es gern machen. Wir arbeiten ja zu unserem Glück in einem Bereich den wir lieben.

Sie leisten also definitiv mehr als sie müssten und auch mehr als ich zum Beispiel in Teilzeit. Also doch wieder leistungsbezogene Bezahlung. Mein Gerechtigkeitsgefühl sagt: “Ja klar!“ Vor Allem bei dem Output den sie generieren aber gleichzeitig denke ich, hey aber ich KANN nicht mehr leisten, denn irgendwann bin ich auch am Ende meiner Kräfte, denn ich leiste ja auch so viel aber dafür bezahlt mich keiner - das sehe ich auch nicht beim Arbeitgeber - oder gäbe es doch Möglichkeiten?

Was ist mit bedingungslosem Grundeinkommen? Kann man daraus was bauen das allem gerecht wird? Ist das überhaupt möglich?

Unsere Diskussion war spannend und wir haben hierzu noch keine Lösung gefunden.

 

Leistung, Bezahlung, Zeiten, gesellschaftliche Verantwortung, Motivation, Bereitschaft, Chancen, Möglichkeiten.

Man würde mich eure Meinung und und Erfahrung interessieren.

Aus dem Kopf ins Netz - Eure Yvonne

Kategorien: neue Arbeit