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Nachhaltige Unternehmensführung - Verantwortung, Last, Nutzen

Geschrieben von Julia Prestel am 28. März 2018

Verantwortung tragen ist nötiger denn je…

In unserem letzten Beitrag haben wir uns umfassend um das Thema Nachhaltigkeit und damit einhergehend das Thema CSR auf die Handlungsfelder Mitarbeiter und Gemeinwesen dargestellt. In diesem Beitrag möchte ich den Nutzen der Unternehmen in CSR erläutern. 

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"Verantwortungsregelung" mit Orientierung durch CSR?

Die Unternehmensverantwortung ist in Zeiten der Globalisierung eine stetig wachsende Notwendigkeit. Die Unternehmen agieren weltweit und betreiben ein grenzüberschreitendes Beziehungsgeflecht mit Zulieferern und Produktionsstätten. Dadurch ergeben sich unterschiedliche politische, soziale und ökonomische Bedingungen denen sich das Unternehmen stellen muss. Durch diese „Entstaatlichung“ entsteht eine Verantwortungslücke, da die Unternehmer hauptsächlich nur den nationalen Gesetzen des eigenen Landes unterworfen sind und noch keine ausreichenden globalen Rahmenbedingungen existieren. Andererseits werden die Unternehmen mit einem verstärkten Wettbewerb aus der ganzen Welt konfrontiert. Es entsteht ein Konkurrenzdruck, der die Produktionskosten senkt dafür aber oftmals die fairen Arbeitsbedingungen vernachlässigt. Im Rahmen von CSR werden die Rahmenbedingungen sowohl im Heimatland als auch in den Ländern ihrer globalen Wertschöpfung mit gestaltet. Es gibt den Unternehmen somit eine Leitplanke, wenn auch eine seichte, da bislang lediglich eine Berichtspflicht besteht.

 

Verantwortungsübernahme in der Führung DOWNLOAD Instant-Modell "Ethische Führung"

 

Aber warum sollten sich Unternehmen diese Last der Mitgestaltung auferlegen?

Naja, ich würde mal behaupten, dass unsere Gesellschaft nicht nur die Produkte mit dem günstigsten Preis bevorzugt, sondern ganz im Gegenteil, da die Alarmglocken klingeln: Wie kann dieser Niedrigpreis für ein Kleidungsstück aus Bangladesch, das quer über den Globus geschickt wird denn überhaupt zustande kommen? Und wenn sich mir eine solche Frage auftut, dann mach ich mich schlau! Was in Zeiten des Internets wirklich nicht schwer ist. Mit einem „klick“ kriege ich alle notwendigen Infos und damit meine ich nicht nur die Infos, die mir die Unternehmen freundlicherweise auf ihre Homepage zur Verfügung stellen. Ich meine hauptsächlich die zahlreichen Blogs und Foren in denen sich die kritischen Äußerungen unserer Mitbürger befinden, die nicht gerade zimperlich mit ihren Aussagen sind. Klickt man sich da durch ist ganz klar, wir wollen Preise, die günstig UND sozial UND ökologisch gerechtfertigt sind. Kurzum „ethisch unbedenkliche Produkte“! Das ist in einer Studie aus dem Jahr 2010 des Instituts für Handelsforschung belegt: 60% der befragten Verbraucher aus Deutschland gaben an, dass sie ihr Kaufverhalten in Bezug auf Nachhaltigkeit geändert haben. Nachhaltige Anbieter werden immer mehr bevorzugt und bedenkliche, rein profitgetriebene Unternehmen boykottiert. Um die Frage zu beantworten kann man sagen, dass die Orientierung an einer nachhaltigen Wirtschaft eines Unternehmens zum Unternehmenserhalt oder Unternehmenserfolg langfristig beträgt.

 

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...und wie mach ich das jetzt?

Eine nachhaltige, auf CSR-basierte Unternehmenskultur kann somit ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Für alle klugen Unternehmer, die sich jetzt denken, klingt gut und wie mach ich das jetzt? Gebe ich gerne einen kleinen Überblick, wie das Prozedere zur Einführung von CSR in ihrem Unternehmen vonstatten geht:

 

Die CSR-Einführung in 6 Schritten

1. Analyse der Ausgangslage

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre derzeitige Lage in Bezug auf Soziales/ökologisches Engagement, Anspruchsgruppen, Verantwortungsposition

2. Strategische Leitthemen

Untersuchen Sie die Verbindung zwischen Ihrem Unternehmen und der Gesellschaft und leiten ihre „Leitthemen“ ab, die in Zukunft vorteilhaft für Ihr Unternehmen als auch die Gesellschaft sind. Stellen Sie einen konkreten Bezug der CSR-Thematik zu Ihrem Geschäftsmodell her.

3. Umsetzung

Setzen Sie Ihre geplanten Themen systematisch in die Tat um und definieren konkrete CSR-Projekte für Ihr Unternehmen und Ihre Handlungsfelder.

4. Prozessüberprüfung

Kontrollieren Sie Maßnahmen und Projekte. Durch geschärfte Blicke auf Lieferanten, Arbeitssicherheit, Mitarbeiterzufriedenheit und Energieeffizienz ergeben sich verbesserte und ertragreichere Prozesse, die gesteuert werden müssen.

5. Kommunikation

Kommunizieren Sie Ihr Engagement intern und extern. Nutzen Sie das Image eines verantwortungsvollen Unternehmens (nicht aus!). Authentisch und nicht plakativ - CSR sollte kein Marketing-Instrument, aber ein Marketing-Thema sein.

6. Bewertung

Regelmäßige Erfolgskontrollen zeigen Ihnen Verbesserungspotenziale auf. Ein CSR-Steuerkreis hilft dabei. 

 

Was haben wir davon?

Vorteile ergeben sich somit einige mit einer nachhaltigen Ausrichtung eines Unternehmens. Weniger krankheitsbedingte Ausfälle durch durch Steigerung der Arbeitssicherheit und gesundheitsfördernde Maßnahmen, mehr Zuwachs an Mitarbeitern, Kunden und Stakeholdern durch das Ansehen eines verantwortungsvollen und modernen Unternehmens, Kostenminimierung und Qualitätssteigerung durch Effizienzsteigerung bei Fertigungs- und Produktionsprozessen.  

 

Nachhaltige und Bedürfnisorientierte Arbeitswelt Anmeldung zum NewWorkShop

New Work mit Nachhaltigkeitsindikator am Faktor Mensch

Wir bleiben jedenfalls gespannt, was sich alles noch ergeben wird auf der Welt, in der Arbeitswelt und wohin es einige Unternehmen verschlagen wird bei den aktuellen Bewegungen!

Vielleicht bis zu einer unserer Veranstaltungen ;-)

Eure Julia

Kategorien: Nachhaltigkeit, wertewandel, Veränderung