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Gesichter, Namen, Nummern – alles merken!

Geschrieben von Friederike Pagel am 25. August 2016

» Man kann gewinnen am laufenden Band «

Die Älteren unter uns werden sich sicherlich noch an die Samstagabend-Spielshow „Am laufenden Band“ mit Rudi Carrell erinnern. Am Ende der Sendung gab es immer eine Kandidatin, bzw. einen Kandidaten, welche*r auf einem Stuhl vor einem Fließband saß. Auf diesem Fließband fuhren zahlreiche Gegenstände an ihr*ihm vorbei – darunter eine Kaffeemaschine, Teegeschirr, ein Globus, ein Koffer, usw. sowie das Fragezeichen. Alle Gegenstände, die danach innerhalb von 30 Sekunden aufgezählt werden konnten, durften von den Kandidat*innen mit nach Hause genommen werden. Manchmal wurden diese Gegenstände jedoch nur symbolisch verwendet und es verbargen sich größere Preise und/oder Gutscheine dahinter.

 

Wie viele Gegenstände kann ich mir merken?

Vertrauen wir den Tests und Auswertungen der Kognitionspsychologie, können wir uns in der Regel etwa sieben Gegenstände in kurzer Zeit einprägen und wiedergeben. Folgen wir diesem Ansatz, besitzen Personen, die sich mehr als acht Dinge in kurzer Zeit merken können, ein überdurchschnittliches Kurzzeitgedächtnis. Wie steht es um mein Kurzzeitgedächtnis?

Schaue Dir die folgenden Gegenstände eine Minute lang an und versuche danach möglichst alle Gegenstände widerzugeben:

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Und? Hat es funktioniert? Wie viele Gegenstände konntest Du dir merken?

Das gleiche können wir auch mit unserer Einkaufsliste ausprobieren. Nimm Dir wieder eine Minute Zeit und versuche danach alle Gegenstände aufzuzählen.

IMG_5437.png

 

Die Loci-Methode

Wenn es nicht funktioniert hat, kannst Du die Loci-Methode ausprobieren. Die Loci-Methode (lat. locus = Ort) ist eine sehr häufig verwendete Mnemotechnik. Es sind vor allem zwei Merkmale, die diese Methode auszeichnen:

  1. Es braucht bestimmte Plätze (Lokalisation)
  2. Es müssen Bilder im Geiste gebildet werden (Visualisierung)

Demnach merkt man sich Informationen, Termine, Teile der Rede, Namen, Einkaufslisten, usw. immer anhand bestimmter Plätze entlang einer Route. Auf dieser Route, die zum Beispiel durch den eigenen Garten führen kann, werden nun Gegenstände mit einzelnen Informationen besetzt, die man sich merken möchte. An jedem Routenpunkt kombiniert man Gegenstand und Merkinformation und lässt einzelne Bilder vor dem inneren Auge entstehen. Um die Informationen abzurufen, geht man einfach die Route ab.

Kommen wir auf das Bild mit den Gegenständen zurück, so könnte beispielsweise an der Gartenpforte eine Uhr hängen, deren Ziffern wir, aufgrund der blendenden Sonne nur erkennen können, wenn wir unsere eigentliche Brille gegen eine Sonnenbrille tauschen. Danach gehen wir am Blumenbeet vorbei, über welches eine Fliege schwirrt. Das Summen wird von unserem Handy übertönt, welches auf dem nahestehenden Gartentisch liegt und klingelt. Und so weiter…

Bei der Erstellung einer solchen Route, gilt es folgende Punkte zu beachten, die zum Gelingen beitragen:

  1. Ich wähle Orte, an denen ich mich häufig aufhalte, die ich sehr gut kenne, mit denen ich vielleicht sogar emotional verbunden bin.

  2. Die einzelnen Routenpunkte sollten eine eindeutige räumliche Position haben.

  3. Markante, besondere Stellen wählen

  4. Die Routenpunkte sollten nicht zu groß, aber auch nicht zu klein sein.

  5. Der Abstand zwischen den Routenpunkten sollte zwischen 0,5 bis 3 Metern liegen.

  6. Die Position des Gegenstandes sollte nicht zu leicht veränderbar sein.

  7. Unterschiedliche Gegenstände wählen

  8. Die Routenpunkte sollten auf einer Blickebene liegen und die Objekte immer aus der gleichen Perspektive betrachtet werden.

  9. Die Routenpunkte sollten durchnummeriert sein.

 

Mithilfe dieser Informationen können wir unsere Merktechniken im Alltag optimieren. Darüber hinaus nehmen wir mit, dass es vielen Menschen schwer fällt, sich mehr als sieben Dinge in kurzer Zeit zu merken. Bei Präsentationen und Vorträgen im Berufsalltag oder im Studium ist es (gemäß der Erkenntnisse der Kognitionspsychologie) zum Beispiel sinnvoll, maximal sieben Aspekte auf einer Powerpoint-Folie zu platzieren oder auch Vorträge in sieben oder weniger Teile zu gliedern.

Noch mehr Tipps und Tricks zum Einprägen von Gesichtern, Namen, Vokabeln, etc. trainieren wir mit Euch in unserem interaktiven Gedächtnistraining „Gesichter, Namen, Nummern – alles merken!“. Aktiviere Deine Kolleg*innen und überzeugt gemeinsam Eure Personalentwickler*innen und Vorgesetzten davon, dass Euch solch ein Training gut tun würde!

Nähere Informationen zu den Seminarinhalten gibt es durch einen Klick auf die Glühbirne!

IMP_Icon-Serie_Bereiche_Bildung.jpgLet´s improwe together!

#improwetogether

 

Weiterlesen:

Mai, Jochen; Rettig, Daniel (2011): Ich denke, also spinn ich. Warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen.

Kategorien: Wahrnehmung, Selbstkompetenz