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Berufswechsler in der Freiheits-Falle?

Geschrieben von Daniele Casasanta am 27. Februar 2018

Sorge vor Veränderung zu recht? Bewusstsein schafft Sicherheit. Achtung Floskel:

Aller Anfang ist schwer!

Orientierungslos, gelähmt und ohne Fokus - Überforderung durch fehlende Definition der Aufgaben- und Verantwortungsbereiche oder durch fehlende Selbstorganisation?

Berufe, die aktuell ausgeschrieben werden, werben mit Freiheit in der Projekt-Gestaltung, den beliebten flexiblen Arbeitszeiten und Selbstverwaltung mit hohen Anforderungen an Verantwortungsübernahme und (Selbst-) Management-Kompetenz. Weil es zieht, gut klingt, den Zahn der Zeit trifft und der Arbeitsform von morgen entspricht. Gerne arbeiten und sich dabei wohl fühlen ist demnach im Verhältnis wichtiger geworden, als der Netto-Verdienst. Die neue Arbeitswelt ist fast nichts neues mehr.

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Werden diese ausgeschriebenen „Versprechen“ aber gehalten? Ist man frei in den Entscheidungen? Wie weit werden solche Modelle begleitet, wenn Personen eingestellt werden und ihnen alles selbst überlassen wird? 

coffee-smartphone-desk-pen.jpgWas geschieht im neuen Beruf (mit mir)?

Ein Berufswechsel motiviert, fordert heraus und lässt mich wachsen, holt mich aus alten und gefestigten Komfortzonen heraus und sorgt für eine soziale, kognitive und persönliche Neuorientierung. Diese Neuorientierung in allen drei Bereichen ist durchaus Kräfte zehrend und lässt an meinen Entscheidungen, den Beruf zu wechseln zweifeln. Überwunden können mich neue Impulse fördern und nach Vorne katapultieren.

 

Die Soziale Orientierung - 2 Typen

Wie verhalte ich mich in den verschiedenen Kontexten mit den neuen Kolleg*innen, dem*r neuen Chef*in, in Besprechungen und in Gesprächen über den Arbeitgeber bei Freunden und Familie. Je nach Persönlichkeit ist diese Orientierung sehr stark ausgeprägt und versuche mich anzupassen, anzugleichen und mit zu schwimmen, um dann meine Möglichkeiten auszuloten, zu testen, an Grenzen zu stoßen. Wenn ich diese Orientierung weniger in den Fokus stelle, werde ich mich eher an meinen gewohnten Umgang mit Kolleg*innen, Chefs und Einrichtungen halten und bin für neue Kolleg*innen vorerst schwer einschätzbar. Dann orientieren sich diese eher an mir, als umgekehrt. Gute Beziehungen im Beruf sind notwendig und für Ihre soziale Neuorientierung zentral.

Hier werden sowohl die nicht auf den Webseiten zu findenden Unternehmenskulturen erlernt, als auch Gesprächskulturen und Teamkulturen. Sind diese sehr unterschiedlich oder gar gegensätzlich, kann die soziale Orientierung sehr fordern und lange dauern. Klassisches Beispiel dafür sind die offiziell ausgesprochenen Werte, mit denen geworben wird und die nicht ausgesprochenen, die eigentlich vorherrschen und nicht vor- sondern nachgelebt werden. „Nachgelebt“ im Sinne von, jeder macht´s ja genau so, also wozu ändern…

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Die Kognitive Orientierung - selbst oder fremdgesteuerte Einarbeitung

Allein durch meine neue Arbeitsplatzbeschreibung und neuen Systeme bin ich gezwungen, dazu zu lernen, neue Schritte, Wege und Methoden kennen lernen und Gelerntes selbständig anwenden müssen. Wie schnell ich mich hier einarbeite hängt von meinem Lernverhalten ab und von der 

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Einarbeitungsstruktur. Die Einarbeitungsstruktur ist gegeben oder selbst gesteuert. Die selbst gesteuerte fordert natürlich besonders heraus, da man sich zunächst einen Rahmen für bisher 

unbekannte Strukturen schaffen muss. Helfen können hier die neuen Kolleg*innen, Vorgänger*innen oder eine offene Kultur im bestehenden Team. Dies kann auch eingefordert werden, da es schließlich weder mir, dem Team, dem Teamleiter noch der Einrichtung hilft, wenn ich mich nur mäßig in den Arbeits-Prozess einbringen kann.  

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Die Persönliche Orientierung - Einsatzbereitschaft für Beruf, Familie und … 

Ich möchte mich voll einbringen, zeigen, was ich kann und am besten alles bereits vorgestern zu 100 % können, wissen und zeigen können. Der Anspruch auf Persönliche Werte wie „Work-Life-Design“, eine gesunde Distanz zur Arbeit und mein Stressmanagement schraube ich vorerst zurück, wie es mein Alltag eben zulässt. Dieses Engagement hilft mir persönlich alle Strukturen kennen zu lernen und mich selbst dabei zu finden und meine Arbeiter-Rolle und Privat-Rolle neu zu definieren. Mein bisheriges Wertesystem Bezug nehmend auf die Arbeit und mein Privatleben wird hinterfragt, auf die Probe gestellt und wenn ich es zulasse - verändert. Kann ich diese Flexibilität und Offenheit zulassen, kann ich meinen neuen Job und die dazu gehörigen Aufgaben schnell selbständig, effizient bewältigen.

Wie viel Einsatz möchte/kann ich bringen und wo sind meine Grenzen bzw. wo waren diese bisher und was kann ich verändern, um neue Rahmen, Grenzen und Wachstumsmöglichkeiten für mich zu erreichen? 

 

Der neue Beruf bestimmt für einen mittelfristigen Zeitraum von 2-4 Monaten meinen Alltag und sicher in meinem Beruf fühle ich mich im Durchschnitt nach 1,5 Jahren. Es ist eine Veränderung meines Lebens - es verändert den Faktor BERUF, der den Großteil meines Tages und Lebensalltags füllt. Daran kann ich wachsen und Wachstum bedeutet auch an Grenzen zu gehen, die mich psychisch stark herausfordern. Bin ich mir dieser Herausforderung bewusst, kann ich die nächsten Schritte planen und gehen.

Sie möchten etwas verändern? Sie müssen etwas verändern? Lesen Sie eine Stellenanzeige mit tollen Rahmenbedingungen? Na ja, greifen Sie zu und seien Sie sich der Veränderung bewusst;-) 

 

Bis bald,

Daniele Casasanta

 

Kategorien: neue Arbeit, Erfolg, Beruf und Familie