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Bereit für Home Office?

Geschrieben von Daniele Casasanta am 09. Januar 2018

Durchstarten, neu starten, von vorn beginnen, die Reset Taste drücken, nur nach vorn schauen, Altes hinter sich lassen - ACH was es nicht alles gibt an Floskeln, um ins neue Jahr zu kommen. Vielleicht aber möchten Sie jetzt zum Start auf Arbeit die Idee des Home Office ansprechen!?! Wir betrachten heute 6 verschiedene Kernkompetenzen im Sinne des New Work Gedankens, die Home Office ermöglichen.

Schön, dass wir uns auch heute wieder sehen!!!

Letzte Woche starteten wir mit unserer Reihe zum Thema NEW WORK und möchten diese heute fortführen mit zwei weiteren Bedürfnissen aus der heutigen Arbeitswelt und den dazu nötigen Fähigkeiten. 

Wir betrachten hierzu speziell die Seite des Mitarbeiters, also welche Bedürfnisse haben Ihre Kollegen, Mitarbeiter, Ihr Team und Ihre Organisation. Vier davon haben wir letzte Woche vorgestellt (hier gehts zum Blog der letzten Woche):

 

Kompetenzen Teil1.jpg

Resultierend aus den Bedürfnissen Zugehörigkeit/Wertschätzung und Freiheit folgten je zwei abgeleitete Kompetenzen (Siehe Grafik).

Teamfähigkeit

Integrationsfähigkeit 

emotionale Selbstreflexion 

kompetenzorientierte Selbsteinschätzung

 

Diese Woche widmen wir uns zwei weiteren Bedürfnissen und den notwendigen Kompetenzen dazu, die eine immer wichtegere Position bei Arbeitnehmern erlangen. Vielleicht kennen Sie eben auch einige Kollegen, die gerne von zu Hause aus arbeiten möchten - hier ist z. B. stark der Bedarf an Flexibilität (weiter unten) im Vordergrund.  Das folgende Bedürfnis ist häufig bei den jungen Arbeitnehmern zu sehen und macht sich durch die Generationen immer mehr breit.

 

BEDÜRFNIS I Bedeutung und Sinnhaftigkeit 

Wer etwas Bedeutendes schafft, fühlt sich kraftvoll und nützlich. Es gibt dem  Leben einen Sinn, wirksam zu sein. Das kann natürlich positiv wie auch negativ bedeutend sein, gemeint ist hier das positiv Bedeutende. Ein Trugschluss ist häufig, dass man nur Bedeutendes tun kann wenn, man höhere Positionen, also oft „Macht“ inne hat. Die Wahrheit ist aber, dass es auch der Schlosser in der Produktion sein kann, der sein Handwerk an einer Maschine verrichtet, welche Produkte für ein besseres Leben für Bedürftige herstellt.

Ich möchte also Bedeutendes schaffen - welche Fähigkeiten für eine zukunftsträchtige UND sinnvolle Arbeit dazu erlernt werden sollen, betrachten wir nun.

 

Kompetenz: Kausalanalyse

Wieso mache ich das, was ich tue, überhaupt? Welchen positen Mehrwert schaffe ich durch mein Produkt, meine Dienstleistung in der Gesellschaft? Eine logische Kausalanalyse vollziehen zu können bedeutet, dass ich die Ursachen von meiner Wirkung kenne. Meine Handlung, meine Arbeit direkt auf den Effekt in der Gesellschaft übertragen können. UND, falls daraus Potenziale entdeckt werden, diese auch mit möglichen Maßnahmen auf der persönlichen und organisatorischen Ebenen initiativ anzugehen.

Wenn diese Analyse durchführe und nicht an Fertigungsschritten gebunden bin, ist es egal, von wo aus ich agiere. Das lässt sich auch für verschiedene Arbeits- und Handlungsschritte durchführen, woraus entstehen könnte, dass ich bei bestimmten Prozessen wo anders sogar produktiver bin. 

 

Kompetenz: Werteklarheit 

Welchen Sinn soll meine Arbeit denn haben? Diese Frage kann ich nur mit Reflexion über meine eigenen Werte nachhaltig beantworten. Reflektiert über die eigenen Glaubenssätze und Werte nachzudenken heißt mit sich selbst innerlich Dialoge zu führen. Sich widerstrebende Werte zu identifizieren, Spannungen daraus zu nutzen oder bewusst zu haben und daraus abzuleiten, welche  Werte in der Arbeitswelt Priorität für mich haben.

Nur wenn ich meine Werte kenne, was mir wirklich im (Berufs-) Leben wichtig ist, sehe ich auch meine Bedeutung für die Umwelt und Gesellschaft.

 

Kompetenz: persönliche Transparenz

Klarheit über eben seine eigenen Kompetenzen und der entsprechende Umgang damit. Zu wissen und zu akzeptieren, dass man nicht perfekt ist, und dass man nicht immer zu jeder Zeit an jedem Ort alle seine Werte befriedigen kann, ist öffnend in Prozessen und meinen Handlungen. Transparent damit umzugehen bedeutet nicht, sich so überall zu erklären oder gar zu entschuldigen, sondern für sich seine Potenziale und Lücken zu kennen, vielleicht zu protokollieren um daraus wieder Neues zu schöpfen.

Ich darf zulassen, dass nicht 100% meiner Handlungen und Verhaltensweisen eine positive Wirkung haben. Vielmehr hilft mir diese Haltung dabei kleine  „Fehler“ erkennen zu können und Sie auf meine „To-Do“ Liste befördern zu dürfen.

 

BEDÜRFNIS I Flexibilität

Wir leben nicht mehr in großen Familienclans, in denen die Betreuung von Kindern oder das Kochen des Abendessens von Anderen als uns übernommen wird. Außerdem haben wir Möglichkeiten, wie es früher nur den sehr privilegierten Reichen vorenthalten war: zu Reisen und uns immer wieder zu bilden mit neuen Erfahrungen und Begegnungen. Daher ist es ein starkes Bedürfnis, in einem gewissen Rahmen selbst entscheiden zu können, wann wir Arbeiten erledigen, welche keinen konkreten Zeitpunkt bedürfen und/oder wo wir dies tun. Wir wollen flexibel entscheiden können, ob wir nun für einen 12 Stunden Tag mal ins Büro fahren oder eben den Vormittag mit etwas Schönem, was nichts mit der Arbeit zu tun hat, verbringen und danach dann noch ein paar Mails vom Küchentisch aus schreiben.

Wir möchten die selbst entscheiden können und diese Freiheit, macht uns flexibel. Um frei entscheiden zu können, brauche ich eigene "Leitplanken" und Sicherheiten in meiner Struktur, die nicht nur meine Arbeit betrifft, sondern meinen gesamten Alltag berücksichtigt.

 

Kompetenz: Selbstorganisation

Flexibilität hat schon immer ein hohes Maß an Selbstständigkeit vorausgesetzt. Meine eigenen Aufgaben zu terminieren, selbst entscheiden zu können wann ich was als nächstes mach (machen muss), bringt zwar auch ein Gefühl von Freiheit mit sich, bedarf jedoch auch der Kompetenz sich selbst organisieren zu können. Was hilft es mir Aufgaben zu erledigen? Brauche ich Deadlines? Welche Aufgaben sind zeit- oder menschengebunden. Was tue ich, wenn ich plötzlich eine drängende Kundenanfrage rein bekomme? Auf all diese Fragen fundiert (für sich) antworten zu können mit Methode und Technik, das ist Selbstorganisation.

Aufgaben, die z.B. inhaltlich zusammengehörig sind, gemeinsam erledigen. Unterscheiden können zwischen wichtigen und zeitlich drängenden Aufgaben oder zeitliche Abhängigkeiten (z. B. Arbeitszeit der Kollegen) berücksichtigen.

 

Kompetenz: Work-Life-Design

Flexibilität wird oft mit „Gleitzeit“ und „Home Office“ gleichgesetzt. Wir finden ausdrücklich dass vor allem auch Flexibilität im TUN dazu gehört. Also flexibel unterschiedliche Aufgaben bewältigen zu können. Die Fähigkeit ein work-life-Design zu gestalten hebt jedoch genau die Zeit und den Arbeitsort hervor. Ein stimmiges work-life Design fusst im besten Fall auf Gespräche mit allen betroffenen meiner eigenen Arbeitswelt. Meine private Welt (Partner / Kind / Hobbys) mit meiner Arbeitswelt zu verbinden, sie aufeinander abzustimmen erfordert mit Home Office und Gleitzeit viel Geschickt, ist jedoch auch ohne diese beiden flexibilisierenden Möglichkeiten höchst relevant.

Sowohl emotional als auch operativ fordert das vor allem unsere geistige Flexibilität heraus. Zum einen heißt das „schnell abschalten“ wenn die Home Office Bürotür zu geht, zum Anderen bedeutet das, eben auch während Alltagsaufgaben online zu sein.

 

Kompetenz: Operative Empathie

Empathisch zu sein kommt oft recht pädagogisierend daher. Wer hat schon im Business Empathie als Kernkompetenz hervorgehoben? Genau. Dabei ist fehlendes Einfühlungsvermögen die Wurzel aller Konflikte, Missverständnisse und kommunikativen Katastrohen im Job. Um meine Arbeitswelt flexibel gestalten zu können muss ich alle Betroffenen (Kollegen, Vorgestetzte, Mitarbeiter, Partner, Kinder, u.a.) nicht nur verstehen, sondern mir manchmal auch vorstellen können, was diese mir nicht persönlcih sagen würden, weil Sie zu höflich, selbst zu rücksichtsvoll oder vielleicht auch neidisch auf meine Flexibilität sind. In Gesprächen über die Gestaltung meiner flexiblen Arbeitswelt muss ich jedoch zwingend operative Themen in den Fokus stellen. Regelmäßige Meetings abstimmen, und vor allem offen und klar mit evtl. Tabus wie dem Glauben an verminderte Leistungsfähigkeit im Home Office, umgehen.

 

Hier nochmal auf einen Blick

 

Halbkreis der Bedürfnisse.jpg

 

Wir haben VIER Bedürfnisse und dazu ZEHN Kompetenzen aus Sicht des Menschen und Arbeitnehmers betrachtet (hier ist die Unterscheidung zwischen Bedürfnissen auf der Individuen-Seite und der Unternehmensseite).

 

 

Die ersten beiden Blogs zum Thema als Whitepaper zusammengefasst:Download Whitepaper  EINFÜHRUNG NEW WORK

 

 

 

In der kommenden Woche betrachten wir Konsequenzen und Notwendigkeiten, die das Unternehmen und die Organisation erwarten und umsetzen müssen. 

MEHR LUST AUF NEW WORK?

Improwe hat sich mit dieser Thematik sehr intensiv beschäftigt und dazu ein New Work Game entwickelt, das sich mit oben genannten Bedürfnissen im Kontext Ihrer Arbeitswelt auseinandersetzt. Mit Workshop-Charakter und viel Eigendynamik erlebt man das Thema interaktiv in 4-6 Stunden.

 

NEW WORK GAME  INFOS zum DOWNLOAD  

 

Arbeit wird anders - so viel steht fest. Machen wir etwas daraus.

Bis Dienstag, Euer Daniele

 

Kategorien: Führungskompetenz, Veränderung, Anerkennung, neue Arbeit