Improwe Blog

Wenn gutes Gehalt und Karriere nicht reicht - Ansprüche an moderne Arbeitgeber

Geschrieben von Julia Prestel am 20. März 2018

Letzte Woche hat uns Daniele einen leidenschaftlichen Beitrag als Opener für unser Thema Nachhaltigkeit geliefert. Klar ist, dass er als Privatperson viel Wert auf einen nachhaltig vertretbaren Lebensstil legt- und da ist er nicht alleine! Aber wie ist das eigentlich in unserer Arbeitswelt? Beeinflußt uns Nachhaltigkeit bei der Jobwahl oder was wollen wir als Mitarbeiter von unserem Arbeitgeber?

"Was habt Ihr denn mit Nachhaltigkeit zu tun?"

Wir Imprower waren am Wochenende auf einer Nachhaltigkeitsmesse - als Beratungsunternehmen eher einer der Exoten auf der Messe, auf der der Fokus auf nachhaltigen Konsum lag. Nicht nur einmal wurden wir von Messebesuchern gefragt, was wir hier eigentlich machen: "Was habt Ihr denn mit Nachhaltigkeit zu tun?" Wir verkaufen keinen veganen Käse oder Kleidung aus Biobaumwolle, nichts von fairgehandeltem Kaffee oder Biotee auf unserem Tresen zu sehen, da ist die Verwunderung natürlich groß, was wir so zu diesem Thema anzubieten haben. Meine liebe Kollegin beantwortete das mit einem -wie ich finde- sehr passendem Satz: “Naja wir arbeiten mit Menschen, ist das nicht das nachhaltigste was man tun kann?“ Und genau so ist es doch: Nachhaltigkeit besteht nicht nur aus ökologischen und ökonomischen Aspekten, sondern eben auch aus sozialen und damit meine ich aus unternehmerischer Sicht im Sinne von Corporate Social Responsibility- kurz CSR: die Mitarbeiter und das Gemeinwesen. 

 

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Nachhaltige, ethische Führung 

Gut soviel ist schon mal klar: CSR hat was mit Unternehmen, Mitarbeitern, Ökologie und Nachhaltigkeit zu tun, aber was genau ist eigentlich diese Corporate Social Responsibility von der zunehmend mehr und mehr gesprochen wird? Einfach übersetzt: Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Aha!? Wir haben also Nachhaltigkeit, unser abstraktes Grundkonzept, die gemäß Definition der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung 1987: „die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“ und wir haben CSR. CSR ist als Beitrag von Unternehmen zu einer nachhaltigen Entwicklung zu verstehen und leitet konkrete Handlungsanweisungen ab. Diese Handlungsfelder beinhalten: Ökonomie, Ökologie, Gemeinwesen und Arbeitsplatz bzw. Mitarbeiter. Da sind wir also wieder bei Mitarbeitern und Gemeinwesen

 

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Was wollen wir von unserem Arbeitgeber? Chancen der Umsetzung

Und was möchte das Gemeinwesen und die Mitarbeiter eigentlich von Unternehmen und Einrichtungen? Erster Gedanke: Geld- klar, ohne Moos nix los! Aber wenn wir weiter graben und nachdenken wollen wir doch alle gut leben und mit „gut“ meine ich in einem sozial-, ökologisch- und ökonomisch- gutem Sinne. 

Schauen wir uns das direkte Umfeld von Unternehmen, also das Gemeinwesen näher an, dann wird hier durch unternehmerische Verantwortung der eigene Standort gestärkt. Klingt doch spitze!! Unternehmen können durch Bildungs-, Kinder- und Jugendförderung oder der Förderung von Vereinen und Kultur, Umweltschutz und noch vielem mehr, direkten Einfluß auf ihre Region nehmen, diese hervorhoben und stärken und das kommt uns selber doch wieder zu Gute. Spenden und Sponsoring sind als Marketinginstrument schon in vielen Firmen verankert, aber wie wäre es denn mal damit die eigenen Mitarbeiter für ehrenamtliches Engagement freizustellen, wenn auch nur für wenige Stunden im Monat- das hat doch mal wirklich direkt positive Auswirkungen auf unseren Standort und unser Umfeld. Man kann auch Aufträge an regionale und soziale Organisationen vergeben, wie Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder Strafvollzugsanstalten, da hat nicht nur die Region was davon, auch die Unternehmen profitieren durch eine starke Bindung an die Region was wiederum die Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter stärkt und potentielle neue Arbeitnehmer anlockt- Checkpot!

 

Bedürfnisorientierung statt Leistungsbewertung 

Was wollen wir Mitarbeiter im Sinne von Nachhaltigkeit?

Um den Bogen zu schließen, sind wir wieder bei unserer Ausgangsfrage: Was wollen wir Mitarbeiter im Sinne von Nachhaltigkeit?Leichtfüßig unterstellt, wollen wir eine faire Entlohnung und in einer gestärkten Region arbeiten. Mehr nicht??? Mal ehrlich! Wenn ich mir meine Arbeitswelt erträumen könnte dann wäre da deutlich mehr zu sehen: Ein Schreibtisch im freien, Sonne, Vogel-Gezwitscher, eine sanfte Brise, frisches Obst auf dem Schreibtisch,…. Zugegeben, das ist etwas übertrieben und kann uns selbst CSR und der innovativste Arbeitgeber nicht ermöglichen. Aber! und jetzt kommt’s, wünschen wir uns doch einen Arbeitsplatz in dem wir als Mitarbeiter, als das höchste Gut, auch so behandelt werden - als Zweck und nicht als Mittel.

Wir wollen doch Wertschätzung, Anerkennung und Förderung unserer Potenziale, Mitbestimmung bei der Arbeitsplatzgestaltung, Weiterbildungsmöglichkeiten und, da spreche ich bestimmt jedem aus dem Herzen, eine dynamische Personalpolitik, die sich an den unterschiedlichen Lebensphasen orientiert: Teilzeit, Homeoffice und Jobsharing sind hier Begriffe die mir spontan in den Sinn kommen. Oder als Mama/Papa auch eine betriebsinterne Kindertageseinrichtung mit Ferienbetreuung, Betreuungskostenzuschuß, und und und. Die Liste könnte endlos werden. Und ich kann nur sagen: Gut so!

 

Bedingungen werden anspruchsvoller

In Zeiten des Fachkräftemangels haben wir , die Arbeitskräfte, die Möglichkeit uns die Arbeitsstätte auszusuchen. Alleine mit einem guten Verdienst und Aufstiegsmöglichkeiten lassen wir uns nicht mehr locken. Nach einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2010), die mehr als 3.000 Arbeitnehmer befragten, spielt die Familienfreundlichkeit eines Unternehmens für 90% derer die Kinder haben eine ebenso wichtige Rolle, wie das Gehalt. Sogar bei 70% der Kinderlosen gilt Familienfreundlichkeit als wesentlicher Faktor bei der Jobwahl.

 Wenn Eltern sich Zeit nehmen Elternzeitmodell

Puh?! Da werden sich jetzt einige Personaler und Unternehmer die Haare raufen und sich fragen: “Schon klar - Wie soll das funktionieren und was haben wir denn davon??“ Ich kann nur sagen, es funktioniert und das auch die Unternehmen von dieser Nachhaltigkeit und CSR profitieren! Wie? Das erzähle ich euch nächste Woche….

Eure Julia ;-)