Wie man seinem Mitarbeiter wirklich zuhört

Wie man seinem Mitarbeiter wirklich zuhört

Tür und Angel-Gespräche meistern in 11 Schritten 

Zwischen den 124 Mails im Postfach, drei Meetings und dem Termin beim Kunden heute um 14.00 Uhr kommt mein Mitarbeiter auf mich zu und fragt, ob ich Zeit hätte. Zeit für ein kurzes Gespräch. Die Antwort die mir auf der Zunge liegt ist:

„Sofort? Ja - ehm - klar!“

Mit Zeitdruck und mehr Blickkontakt auf die Uhr statt in die Augen meines Gegenübers „prügel“ ich mich durch das Gespräch und versuche die Zeit und meinen Kollegen ernst zu nehmen - aber der O-Saft heute morgen war konzentrierter als ich jetzt.

Nach dem Gespräch denk ich mir, dass ich zügig zum nächsten Termin muss und bin schnell raus aus dem Büro.

Was hat der Kollege mir gerade gesagt? Worum ging es ihm und welche Punkte nehmen wir in einen Folgetermin auf, wann ist der Folgetermin - ich ärgere mich - über mich selbst - sehr!!

Solche eigentlich schon klassischen „Tür-und-Angel-Gespräche“ wollte ich vermeiden, in Zeiten wie diesen, wo man eben jede Minute effizient und produktiv nutzt (nutzen möchte! oder sollte?…).

Da wird eine Fahrt zum nächsten Termin für Telefontermine genutzt, der Weg zur Arbeit wird mit inhaltlichen Podcasts überbrückt, um sich weiter zu bilden und im Thema zu bleiben, die grobe Konzeptionierung des kommenden Auftrags wird während des Kochens und vor dem Elternabend auf den Kühlschrank gepinnt.

Ja die Zeit ist spärlich gesät und alle kennen dieses leidige Thema und heute möchten wir uns dem Zeit nehmen im Sinne des Mitarbeiters widmen - speziell eben dem Aktiven Zuhören, wenn es eben darum geht, auf die Schnelle 5 Minuten aktiv zu zuhören, um ein erfolgreiches Gespräch zu führen.

Die (neue) Arbeitswelt verändert nicht umsonst rund um den Faktor Zeit, um uns schneller zu Ergebnissen zu fordern.

Kompetenzen stärken und ausbauen

Rahmen:

Stellen Sie sich die Frage - Haben Sie jetzt wirklich fünf Minuten Zeit?

-Wenn Ja, dann klären Sie diesen Rahmen mit dem*r Gesprächspartner*in. Sagen Sie ihm/ihr, dass Sie bis z. B. 12.27 Uhr Zeit haben und dann wirklich los müssen.

Der Effekt ist bei beiden Seiten spürbar, Ihr*e Gesprächspartner*in hat einen einschätzbaren Rahmen UND auch Sie diesen Rahmen für sich gesetzt, den Sie verfolgen können und für diese 5 Minuten den vollen Fokus auf Ihr Gegenüber richten - Wenn Sie diese 5 Minuten wirklich haben.

-Wenn nicht, dann seien Sie möglichst transparent, warum das genau jetzt nicht passt und begründen Sie dies. Oft haben Kollegen*innen, die sich überwinden ein Gespräch aufzusuchen sich- na ja eben überwunden und sind nach einem „Korb“ demotiviert beim nächsten Anliegen auf Sie zu zugehen. Vereinbaren Sie einen Termin, der dann auch 10 Minuten in Anspruch nehmen kann und darf.

In Kürze - Rahmen:

  1. Haben sie jetzt wirklich 5 Minuten Zeit?
  2. Wenn ja, wieviel Zeit haben sie? Setzen Sie eine Deadline.
  3. Wenn nein, wann haben sie Zeit? Legen Sie einen zeitnahen Termin fest.

Inhalt und Vorbereitung:

Kurzer Check-Up für Sie - wie geht es Ihnen? Machen Sie das bei Bedarf transparent.

Übernehmen Sie die Moderatoren-Rolle und beginnen Sie pro-aktiv das Gespräch mit einem simplen „Wie gehts Ihnen?“

In Kürze - Inhalt und Vorbereitung:

  1. Wie geht es mir?
  2. Wie geht es meinem Gegenüber?
  3. Was ist das Anliegen?

Im Gespräch:

Sie sind Moderator und hören aktiv zu. Aktiv zuhören bedeutet in einem Dialog speziell Blickkontakt zu halten. Wenden Sie sich Ihrem Gesprächspartner zu, also sitzen Sie Ihm Gegenüber - man sagt, dass dann beide Schultern in Richtung Ihrem Gesprächspartner zeigen. Stellen Sie Rück- und Verständnisfragen und fassen Sie nochmal zusammen, das stellt sicher, dass das Anliegen mit demselben Verständnis besprochen wurde. Am Ende ist ein Ausblick ein Transfer in den nächsten Moment oder beinhaltet konkrete „next steps“, darf aber auch ein Wunsch in die Zukunft sein.

In Kürze - Im Gespräch: 

  1. Blickkontakt
  2. Körpersprache
  3. Rückfragen
  4. Zusammenfassen
  5. Ausblick

Diese 11 Schritte sind zugegeben recht statisch dargestellt - ändern Sie Reihenfolge und je nach Kontext und Setting. Für uns können es wichtige Anhaltspunkte für ein strukturiertes Gespräch aus der Hüfte sein, wenn dies einmal gefordert wird, um auch die Kommunikation verbessern zu können. Die Haltung macht es am Ende, die in diesen Gerüstartigen Schritten dahinter steckt und wenn ich meinem Mitarbeiter mit der notwendigen Wertschätzung gegenübertreten möchte, kann das  eine „kurz-knapp-knackig-Anleitung“ für den Alltag sein.

Die Zeit wird nicht mehr - nutzen wir die, die wir haben bewusst!

Let´s Improwe your time 😉

Teile:
IMPROWE Ghostwriter Community

* 30.07.2014 Federführender Autor aller Improwe Blogs.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

PHP Code Snippets Powered By : XYZScripts.com