New Work – Teil 2: Unternehmen & Konsequenzen

New Work – Teil 2: Unternehmen & Konsequenzen

Was ist New Work? Neue Arbeit, Augenhöhe, Demokratisierung und viele weitere Begriffe sind seit einiger Zeit Aufhänger diverser Events. Das größte deutsche Business Netzwerk geht für DAS Event 2018 dazu sogar in die neue schicke Elbphilharmonie. Muss man also bei New Work auch singen können? Oder ducke ich mich als 1,95m Person nun laufend auf dem Büroflur um auf "Augenhöhe" zu kommen...

Ich will in den folgenden Absätzen versuchen ein wenig Struktur zu geben. Diese spiegelt eine persönliche Zusammenfassung aller erlebten Diskussionen und Meinungen zum Thema wieder. Denn Augenhöhe (hier gehts zu den sehenswerten Filmen der "Augenhöhe e.V.") ist natürlich, genauso wie "Neue Arbeit" eher metaphorisch gemeint.

Im ersten Teil der Blog-Reihe zum Thema habe ich folgende Behauptung aufgestellt:

"NEW WORK"  lebt von der Illusion abwesender Abhängigkeiten in der Arbeitswelt.

Doch selbst wenn wir nun akzeptieren, dass wir gewissen Abhängigkeiten unterliegen, werden doch die beschriebenen Bedürfnisse der Menschen immer wichtiger. Allgemeine Begründungen hierfür lassen sich z.B. aus den Themen Fachkräftemangel - Digitalisierung - Industrie 4.0 schnell ableiten. Wirken doch alle diese Entwicklungen darauf ein, dass es von zentraler Bedeutung ist, Mitarbeiter zu halten, und dafür gilt es Bedingungen zu schaffen, welche es leicht machen zu bleiben.

Hierzulande genügt dafür eben eine horrende Bezahlung (wie sie in Konzernen üblich ist) nicht mehr aus. Unternehmen müssen einen positiven Sog erzeugen, und keinen Käfig aus Abhängigkeiten.

Grundlage (Unternehmen):

Gibt es das überhaupt noch? Produkte, die keine Mitbewerber irgendwo auf der Welt haben? Gut, die großen innovativen Dinge vielleicht, aber im Grunde kann ich immer alles von mehreren in gleicher Qualität bekommen. Oder? Der Wettbewerb unter Unternehmen ist groß und durch die jederzeit zugänglichen Informationen ständig präsent. Natürlich gilt es auch ein passendes postives Image für meine Zielgruppe zu kreieren, nachhaltig erfolgreich bin ich jedoch nur gemeinsam mit Menschen / Mitarbeitern, die flexibel und schnell mit Innovationen umgehen können. Das Prinzip "Anweisen und Kontrollieren" ist heutzutage schlichtweg zu langsam geworden. Und daran ändert auch keine App auf dem Smartphone etwas. Unternehmen müssen schnell sein, offen für eine neue Arbeitswelt sein, dabei mutig und manchmal eben auch "cool" sein, um Erfolg zu haben.

"New Work aus der Sicht der Unternehmen"

Ein Unternehmen - und dabei ist unerheblich, ob es sich um eine Profit, Non-Profi oder öffentliche Organisation handelt - wird mit Bedürfnissen Ihrer Mitarbeiter konfrontiert und hat selbst neue/andere Bedürfnisse entwickelt. Im Folgenden gelingt hoffentlich der Versuch zu zeigen, dass diese sich durchaus ergänzen und vielleicht sogar gegenseitig zufriedenstellen:

Bedeutung & Innovation

Ich glaube fest daran: JEDER hat Ideen. Wie oft erleben wir selbst, dass wir "nicht-abschalten" können? Sehen wir das doch positiv. Ich selbst denke viel über meine Arbeit nach und regelmäßig entwickeln sich dadurch Ideen für neue Prozesse, Produkte oder ähnliches. Wir wollen doch, dass die eigenen Vorstellungen und Gedanken eine positive Wirkung haben. Unternehmen brauchen das! Eine Idee für ein neues Produkt/Dienstleistung, ein Gedanke für eine Prozessverbesserung. Das ist es, was ich als Unternehmen suche. Was braucht man aber dafür, dass diese Ideen auch an die Oberfläche kommen? Drei schnelle Gedanken dazu:

  1. Offene Kultur und freundliche Fehler
  2. Kommunikationsräume zum "Teilen" (digital & analog / online & offline)
  3. klingt komisch: organsierten Widerstand & emotionale Revolutionen

Freiheit & Verantwortung

Wer frei agiert, trägt auch mehr Verantwortung als jemand, der*die nur abwartet. Ich würde sagen  automatisch. Neue Arbeit für Unternehmen bedeutet, dass die wirkenden Menschen einen Entscheidungsraum brauchen, in dem schnell und frei entschieden wird. Natürlich muss geregelt sein, wer, in welchem Bereich, im Team oder allein, bis wieviel (Euro/Dollar/Gummibärchen) entscheiden soll oder besser: muss. Wichtig: nicht "darf" sondern "soll" oder "muss". Ein New Work-Unternehmen braucht kein Netz, das, wenn der Mitarbeiter nicht entscheidet, vielleicht doch wieder der Führungsperson das "Ruder" in die Hand gibt. Das wäre kontraproduktiv und eine gespielte Freiheit. Freiheit geht nicht ohne Verantwortung und andersrum. Dafür bekommt ein Unternehmen aber Schnelligkeit, Aktivität und Output!

Flexibiltät & Führung

"Arbeiten wann und wo der Mitarbeiter will"

Das ist eine ungesunde Formulierung und damit auch Perspektive. So darf ein Unternehmen und seine Führungskräfte das Bedürfnis nach Flexibilität seiner Mitarbeiter nicht lesen. Der Satz muss eher heißen:

"Arbeiten wann und wo es das Beste für den Menschen UND das Unternehmen ist". 

Und das kann natürlich an unterschiedlichen Orten sein. Aktuell habe ich zwar den Eindruck, dass NOCH Arbeiten überwiegen, die an Raum und Zeit gebunden sind. Also rein von der Menge der anfallenden Arbeit. Der Profi muss nun mal zwingend in der Produktionshalle und meist zur vom Takt vorgegebenen Zeit agieren. Hier wäre es nicht die Aufgabe, diese Aufgaben auch zu flexibilisieren, sondern Führungspersonen dazu aufzufordern, mit Ihren Mitarbeitern auf die Suche nach flexiblen Potenzialen zu gehen. Auch hier gilt: Potenzial vor Kompetenz. All die anderen Tätigkeiten - verwaltende, kreative, alle die nichts direkt mit Takt oder Mensch (komische Mischung) zu tun haben - sollten doch zu einer Zeit und an einem Ort erledigt werden können, der für die Arbeit und den Menschen am unkompliziertesten und besten ist. Und das zu organiseren, Rahmen anzustecken, organisatorischen und persönlichen, genau das ist die Aufgabe der Führung.

Wertschätzung & Leistung

Ich weiß ja nicht, wie Ihr es seht, aber ich habe bisher wirklich jedes Mal  (übrigens aus beiden Perspektiven - Mitarbeiter & Arbeitgeber) erlebt, dass Leistung abnimmt, wenn man sich nicht mehr ECHT gewertschätzt fühlt. Echte Wertschätzung ist natürlich ein Gefühl, welches vor allem vom Empfänger der Anerkennung empfunden wird. Es wäre jedoch zu einfach für ein Unternehmen zu sagen, dass man es deswegen nicht beeinflussen kann. Bei Zugehörigkeit geht es nicht, oder nicht so sehr, um gemeinsame Freizeitangebote und Feiern, sondern darum, im Alltag eine Verbundenheit zu spüren. Eine Kultur zu schaffen, die vom Denken geprägt ist: "Wir sind hier zusammen, also lass uns auch zusammen agieren". So entsteht ein fast undurchdringbares Netz aus Bindung zum Unternehmen und seinen Beteiligten. Versuchen Sie mal einen Mitarbeiter als "Headhunter" (kaum zu glauben, dass es noch Menschen gibt, die sich selbst freiwillig so nennen) aus einem Unternehmen zu lösen, von dem er*sie sich wirklich und echt gebunden fühlt.

Ausblick

Klar, wir haben hier den Fokus darauf gelegt, die Bedürfnisse beider "New Work" Akteure - Mitarbeiter und Unternehmen - positiv zu verbinden. Natürlich gibt es auch Reibungspunkte. Diese werden in Teil 3 betrachtet. Die größten Konflikte in der neuen Arbeitswelt zwischen Mensch und Organisation.

Zu guter letzt kommen dann in Teil 4 die konkreten To Do's für Unternehmen und Menschen, um gemeinsam in eine wirklich schöne Arbeitszukunft zu gehen.

Übrigens: Bedürfnisse sind ein wesentlicher Bestandteil der Gewaltfreien Kommunikation.

Wir haben ein kleines interaktives "NEW WORK" Spiel entwickelt. Für kleine und große Teams, um sich der Thematik zu nähern. Wir werden es Im November auf den Markt bringen und suchen noch Interessierte, die sich im Oktober zu einem Live-Beta Test rund um München treffen. Bock drauf? Kostest NIX, nur Feedback.

  • Wie sieht die Umsetzung von New Work konkret aus?
  • Welche Beispiele dafür gibt es in Unternehmen?

Diese Fragen werden wir gemeinam mit unseren Partner und Kunden  in Zwei großen New Work Events beatworten. Im Januar 2018. Eines in Braunschweig, eines in Landsberg (in den Regionen in denen Improwe  seine Hauptstandorte hat). Schaut mal vorbei und reserviert Euch den Tag. (Selbstkostenpreis zwischen 125-165€)

Also ich hoffe, wir sehen uns.

Let´s improwe together!

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* 30.07.2014 Federführender Autor aller Improwe Blogs.

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